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24. Juni 2011, 09:02 Uhr, ChristianM

Damals

Wäre gern ein Netter, ein Lieber, ein Könner und ein Gönner.
Würde gerne fröhlich schreiben, lustvoll malen, bunte Farben des Lebens nutzen.
Ja, bunt und fröhlich im Innern würde ich gern sein. So wie damals!
Damals! Wie das klingt!

Hier und jetzt ist angesagt. Das Damals ist nicht mehr relevant, war fehlerhaft und sowieso, ist Damals Vergangenheit, war es schon immer!
Damals hat im Hier und Jetzt nichts zu suchen, bremst uns eher, fordert längere Gedankengänge!

Denken ist erwünscht. Nachdenken verpönt!
Verstehen ist gefordert. Hinterfragen eine Schwäche!
Flexibilität und Anpassungsfähigkeit sind gefragt. Individualität ist ein Gift!

Wohin, was tun, wie weit, wann und warum?
Ach ja, wie lange noch?

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09. Juni 2010, 08:45 Uhr, ChristianM

Neuzeit

Einem Schauermärchen gleicht die Zeit. Die sogenannte „neue“ Zeit. Digitales, kurzlebiges und menschenverachtendes Zeitalter, für die neuen, sich anpassenden und angepassten, ausgelöschten individuellen Geister.
Seelen trauern um ihren Wirt der nicht merkt, was mit ihm geschieht. Er, sich selbst nicht erkennend, in den Stromschnellen, bergan mit rasanter Geschwindigkeit seinen von der „neuen“ Zeit auferlegten Zielen nähernd, in der Hoffnung – nein - in der Gewissheit, diese zu erreichen.
Diesen, alles und jeden verschlingenden Strömen, getränkt, voll Gier, Machthunger, Wut und falschem, nicht selten auch zerstörerischem Selbstbewusstsein, fällt es schwer sich zu entziehen.
Wie eine Droge, die, einmal injiziert, seinen Wirt zum Junkie deklariert.
Er zu einer Geißel, zum Fixer geworden, seine Seele verkauft, für ein kurzlebiges und instabiles Geschäft. Gewinner gibt es dabei nur wenige, und die, die nicht gewinnen können, nie eine Chance hatten, spritzen sich immer höhere Dosen um sich für einen kurzen Moment dazugehörig zu fühlen.
Doch die sogenannte „neue“ Zeit, sieht keinen Raum für Verlierer vor. Es darf sie nicht geben. Lediglich scheinheilige Archen, bis unter die Planken gefüllt mit „Neuzeitkrüppeln“ kreuzen die Meere um sie letztendlich im Strudel des Wahnsinns zu ertränken.
Zurück bleiben kranke Seelen deren Hilferufe am Rande des Strudels verhallen. Seelen, die zuvor von ihrem Wirt für einen unverhältnismäßigen Preis auf den „neuen“ Märkten, in der „neuen“ Zeit feil geboten wurden.
Doch als ob das nicht genug wäre, werfen nun die Spekulanten ihre Netze aus. Fischen in den Fluten nach ihnen. Umgarnen sie mit falschen Liebkosungen und locken die mit Sicherheit, die nach Sicherheit dürsten.
Die vertrockneten Gaumen, nach langer Zeit endlich umspült von ersehnter Fürsorge und Verständnis werden nur nach einem kurzen Augenblick der Wonne, rissig und spröde. Denn der zuvor wohlige und durst stillende Fluss entpuppt sich im Abgang als ein tödliches Gift. Ein Gift der „neuen“ Zeit, dass Krüppel noch mehr verkrüppelt, Kranke noch kränker macht und Hungrige verhungern lässt. Es ist ein Virus, das sich selbst als Heilmittel sieht. Es ist schlau und kann in jeder noch so abwegigen Form verabreicht werden. Es ist sogar sehr schlau, denn niemand bemerkt die Verabreichung.

Es erscheint tatsächlich logisch, denn der Mensch ist ein Produkt seiner selbst. Ein Produkt seines Hasses, seiner Liebe, seiner Gier und seinem Streben nach Perfektion, wohl wissend, diese nie zu erreichen. Er ist nicht einmal imstande Perfektion zu beschreiben denn er kennt sie nicht. Er ist unperfekt und von der Natur angehalten unperfekt zu sein, empfindet es als Schande und Schmach und wird nichts unversucht lassen, sich seiner „Krankheit“ zu entledigen. Auf dem vermeintlichen Weg zum Ziel verseucht er sich selbst und infiziert alles und jeden um sich herum. In dem irrsinnigen Glauben, der Menschheit einen Gefallen zu tun, setzte er bereits vor Jahrhunderten dieses tödliche Virus frei und erkennt nicht, dass mit jedem Versuch, sich seinem Ziel zu nähern, dass Virus mächtiger und zerstörerischer wird. Selbst wenn er es erkennen würde, rechtfertigte er sein Tun mit seiner Vergänglichkeit und dem Streben nach nachhaltiger Verbesserung in der Zeit seines Seins. Er weiß, er ist nicht perfekt und nimmt somit Fehler in der Ausführung billigend in Kauf.

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